Die Geschichte Bornholms
Besiedlung
Die Geschichte der Insel Bornholm ist sehr bewegt. Erste Besiedlungen konnten von Archäologen für das Jahr 8.000 v. Chr. nachgewiesen werden. Ihre Siedlungen fanden sich vor allem im Norden, im Süden und an der Ostküste der Insel. Im Inselinneren war vor allem die Gegend um den Fluss Baga besiedelt. Im Moor von Vallesgard fanden sich zahlreiche Werkzeuge und Waffen dieser urzeitlichen Jäger. So wurden etwa Fischspeere, Instrumente aus Knochen und Fäustel aus dem Moor geborgen. Zahlreiche weitere Fundstücke sind im Museum in Rønne ausgestellt. Weit über die ganze Insel verstreut finden sich zahlreiche Felsritzungen, Runensteine, Steinkreise und Dolmen.
Die Wikinger
In der Eisen- oder auch Wikingerzeit, die von ca. 500 v. Chr. bis etwa 800 n. Chr. andauerte, ist ein reger Handel der Bornholmer mit anderen Völkern belegt. Dadurch waren die Bewohner der Insel vergleichsweise reich. Das belegen zahlreiche Fundstücke von Ausgrabungen. Es handelt sich dabei nicht selten um Luxusgegenstände, welche von den Bewohnern nicht selbst hergestellt wurden. Kennzeichnend für diese Epoche ist eine stark ausgeprägte Hierarchie, während der es einen lokalen Herrscher gab, welcher die Geschicke der Insel und ihrer Bewohner steuerte.
Das Mittelalter
Im frühen Mittelalter um 1250 n. Chr. wurde auf der Insel von Erzbischof Lund die Festung Hammershus errichtet. Von dieser Festung aus verwaltete die Kirche ihren Teil der Insel. Die dänische Regierung verwaltete ihren Anteil an der Insel dagegen von der Lilleborg aus. Als es zu Streitigkeiten zwischen Staat und Kirche kam, wurde kurzerhand um 1259 n. Chr. der Verwalter des kirchlichen Inselteils inhaftiert. Die Kirche reagierte darauf mit der Zerstörung der Lilleborg. Erst im Jahre 1362 gelang eine Einigung über die Zuständigkeitsbereiche. Jedoch endete die kirchliche Herrschaft endgültig im Jahre 1522.
Ein bitteres Kapitel in der Geschichte der Insel Bornholm begann 1525 n. Chr., als der dänische König die Insel zur Tilgung seiner Schulden an die Hansestadt Lübeck verpfändete. Nun hatte die Inselbevölkerung unter starken Repressionen durch die Hanse zu leiden, sie hatten hohe Steuern und Abgaben zu entrichten und mussten zudem Zwangsarbeit leisten. Noch im selben Jahr versuchten die Inselbewohner, sich erstmals durch einen Aufstand von den Unterdrückern zu befreien. Dieser scheiterte jedoch, aber die Insel wurde Dänemark daraufhin als Lehen zurückgegeben und seit dem durch einen Lehnsmann verwaltet.
Zu leiden hatten die Inselbewohner auch immer wieder unter Piraten. Um sich vor ihnen und wiederkehrenden Naturkatastrophen schützen zu können, wurden die Rundkirchen, so genannte Wehrkirchen errichtet. Es ranken sich noch immer viele Sagen und Gerüchte um diese eindrucksvollen Gotteshäuser. So ist zum Beispiel die oft erwähnte Erbauung durch die Templer nicht eindeutig belegt.
Der 2. Weltkrieg
Während des 2. Weltkrieges wurde Bornholm von den Deutschen besetzt. Es wurde trotzdem für viele Flüchtlinge zum Tor zur Freiheit, da diese zunächst auf die Insel gebracht und dann von Widerständlern und Bauern versteckt wurden. Von Bornholm ging die Flucht dann weiter nach Schweden. Ein beeindruckendes Beispiel gab es 1943, als etwa 500 Juden über Bornholm die Flucht vor dem Naziregime gelang. Die Inselbewohner widersetzten sich der deutschen Besatzung so sehr, dass daraufhin Gestapooffiziere von Berlin nach Bornholm entsandt wurden, die bis zum Kriegsende die Inselbewohner drangsalierten.
Nach geheimen Plänen begannen die Deutschen Anfang der 40er Jahre den Bau einer riesigen Bunkeranlage bei Dueodde, die jedoch nie fertig gestellt wurde.
Mit Ende des 2. Weltkrieges verweigerten die führenden deutschen Offiziere auf Bornholm eine Kapitulation gegenüber den sowjetischen Streitkräften. Da es den Bornholmer Wiederständlern nicht gelang, Kontakt mit englischen Militärs aufzunehmen um eine deutsche Kapitulation auszuhandeln, gelangte der Krieg nach seinem eigentlichen Ende am 8. und 9.Mai doch noch auf die Insel. Nachdem Deutsche auf, die Insel überfliegende, sowjetische Seenotflugzeuge geschossen hatten, zerstörten die Sowjets an mehreren aufeinander folgenden Tagen vor allem die Städte Rønne und Nexø durch Bombenangriffe.
Die nach der deutschen Kapitulation stationierten Sowjetischen Soldaten verließen 1946 die Insel. Die durch die Bombardements entstandenen Schäden wurden mit Hilfe Schwedens nach Kriegsende beseitigt.
Bornholm heute
Bornholm profitierte nach dem 2. Weltkrieg als Teil des modernen Dänemarks von den Aufbauhilfen der Amerikaner und der skandinavischen Nachbarn. Die Zerstörungen der letzten Kriegstage waren schnell beseitigt.
Heute ist Bornholm eine Provinz Dänemarks. Auf der Insel leben ca. 40.000 Menschen. Als Teil eines westeuropäischen Staates hat Bornholm ein relativ hohes Bruttosozialprodukt und ein gutes Renten- und Sozialsystem. Die Mehrheit der Inselbewohner leben heute vom Tourismus oder der Landwirtschaft. Der Fischfang hat seinen historischen Stellenwert verloren. Seit dem der Heringsbestand in der Ostsee extrem abnaimmt und die Europäische Union genaue Fangquoten vorgibt, können nur noch wenige Familien vom Fischfang leben.
Die Insel hat mit der Gebietsreform vom 01. Januar 2007 nicht mehr den Status eines eigenständigen Amtsbereiches, sie gehört seit diesem Termin zur Region Hovestaden.

