Rundkirche Olsker, Bornholm
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Die Rundkirche in Olsker

Die Olskirche oder Sankt Ols Kirche

Im Norden der Insel Bornholm, am Rande des kleinen Ortes Olsker, befindet sich die im Jahr 1150 erbaute Olsker Rundkirche oder Olskirke. Mit ihrer schmalen und schlanken Form gilt sie als die eleganteste der vier Bornholmer Rundkirchen. Unweit der Orte Allinge und Sandvig gelegen gilt die Olsker Rundkirche als beliebte Sehenswürdigkeit Bornholms, obgleich sie von der Kirchengemeinde immernoch aktiv genutzt wird.

Die Rundkirche von Olsker im Norden Bornholms, Dänemark

Die Rundkirche von Olsker im Norden Bornholms

Ihren Namen erhielt die Kirche vom norwegischen König Olaf der Heilige. Ihm ist auch eine Figur auf dem Giebel des Waffenhauses gewidmet. Diese schlanke aus Feldsteinen und Bornholmer Granit gebaute Kirche befindet sich auf einer etwa 110 Meter hohen Anhöhe. Mit einer Gesamthöhe von 26 Metern ist die Olskirche die höchste der vier Rundkirchen Bornholms. Auch diese Kirche wurde vorrangig zum Zweck der Verteidigung erbaut. Besonders die Wenden, aber auch andere Stämme wüteten im 12. Jahrhundert im Ostseeraum. Der Ort wurde gut gewählt, da er als höchster Punkt einen guten Blick auf die Umgebung versprach. Dazu fand man dort Wasserlöcher und eine steile Böschung, die eine natürliche Verteidigungslinie bildete. Insgesamt gibt es in der Olskirche neun Schießscharten. Die Dachkonstruktion wurde erst später hinzugefügt und wird als eher ungewöhnlich beschrieben. Im 12. Jahrhundert hatte die Kirche ein Flachdach mit Rundgang.

Die Rundkirche von Olsker mit ihrem Glockenturm, Bornholm, Dänemark

Die Rundkirche von Olsker mit ihrem Glockenturm

Geschichte und Aufbau der Rundkirche in Olsker

Über die Bauherren ist wenig überliefert. Historiker schreiben den Bau der Olskirche den Templern zu. Sicher ist, dass der Baumeister sich seiner Arbeit sehr sicher war, denn er schuf ein sehr anmutiges und Formschönes Gotteshaus. So erhielt die Kirche trotz ihrer Verteidigungsfunktionn einen Chor und eine Apsis. Mit schweren Eichenbalken konnte man die Tore von innen sichern. Einer dieser Balken ist am Fraueneingang noch vorhanden. Über eine gut zu verteidigende schmale Treppe kam man in die oberen Stockwerke. Sie war so angelegt, dass die Verteidiger von oben mit der rechten Hand, die Angreifer von unten aber mit der linken Hand kämpften. Diese Treppe ist heute nur noch zu erahnen. Die heutige Treppe wurde bei einem späteren Umbau angebracht. Fehlende Balkendecken machten die Kirche unempfänglich für Brandangriffe. Das heutige kegelförmige Holzdach gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die erste Etage war im Falle eines Angriffs als Zufluchtsort für Frauen und Kinder gedacht. Zudem wurden hier Nahrungsmittel gelagert um eventuellen Belagerungen zu widerstehen.

Im Obergeschoss der Rundkirche von Olsker, Bornholm, Dänemark

Im Obergeschoss der Rundkirche von Olsker

Neben der Treppe war der Raum über ein (heute zugemauertes) Loch in der westlichen Wand erreichbar. Die obere Etage war den Verteidigern vorbehalten. Dort gab es einen Rundgang. Das Kegelförmige heutige Dach wurde im Mittelalter, wahrscheinlich mit dem Verlust der Verteidigungsfunktion der Kirche errichtet. Genaue Daten dazu sind aber nicht vorhanden. Die Eichenschindeln bilden Muster auf dem leicht gewölbten eleganten Dach. Zur Sicherung der Dachkonstruktion gegen Sturmschäden wurde eine Dachluke angebracht, die sich bei starkem Wind öffnet. Interessierte Besucher finden in der oberen Etage eine Rekonstruktion des Originaldaches. Auf der Spitze ist eine Wetterfahne in Form eines Drachenkopfes aus dem Jahr 1794 angebracht. Die zwei großen Außenstützen wurden erst viel später (1826) angebaut, da die Kirche abzurutschen dröhte. Der Untergrund ist nicht vollständig massiv. 1934 wurden die Grundmauern dann erneuert.

Die Dachkonstruktion der Rundkirche von Olsker, Bornholm, Dänemark

Die Dachkonstruktion der Rundkirche von Olsker

Der Innenraum der Olsker Rundkirche

Der Innenraum ist eher ungewöhnlich gestaltet. Trotzdem besitzt die Kirche eine gute Akkustik, die man am besten wärend des Gottesdienstes erlebt, wenn die kleine Barockorgel erklingt. Die Fenster waren im Originalzustand viel kleiner. Das ist noch an der Stelle gut zu erkennen, wo der Stützpfeiler vor das Fenster gemauert wurde. Über der Kanzel sollen Wasserflecken erkennbar sein, die von Weihwasser stammen, das der Bischof von Lund verspritzt haben soll. Die Kanzel selber stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist damit eine der ältesten des Landes. Nachdem sie im Jahr 1875 entfernt und auf dem Dachboden gelagert wurde, ist sie seit 1921 wieder an ihrem alten Platz zu finden. Von den originalen Kalkmalereien sind nur noch wenige erhalten. Die interessanteste zeigt ein Medaillon und einen Mann mit Fuchsgestalt.

Der Innenraum der Rundkirche von Olsker mit der massiven Mittelsäule, Bornholm, Dänemark

Der Innenraum der Rundkirche von Olsker mit der massiven Mittelsäule

Auch florale Verzeirungen sind zu finden. Der Taufstein stammt aus der vorchristlichen Zeit und war zeitweise als Futtertrog Zweck entfremdet worden. Das Altarbild stammt aus dem Jahr 1950 und ist das Werk des Bildhauers Gunnar Hansen. Es wurde in der Keramikfabrik von Rønne hergestellt. Das Altarbild thront auf Bornholmer Granit. Dem Kronleuchter sagt man nach, wie verschiedenen anderen auf Bornholm auch, dass er früher auf Burg Hammershus hing. Auch wenn es nicht stimmen sollte, schön ist er. Zum Kirchenbau gesellt sich auch hier der frei stehende Glockenturm mit quadratischem Grundriss. Er war in die Friedhofmauer integriert und Teil der Verteidigungsanlagen.

Der Altarraum der Rundkirche von Olsker mit Kronleuchter und Taufstein, Bornholm, Dänemark

Der Altarraum der Rundkirche von Olsker mit Kronleuchter und Taufstein

Beim Aufstieg in die oberen Etagen sollte man keine Platzangst haben, da der Gang (aus Gründen der besseren Verteidigung) sehr eng ist. Auch kann es an manchen Stellen sehr dunkel sein.




Rundkirche Olsker

3770 Olsker
Bornholm, Danmark

Tel: +45 56 48 05 29





Interessantes: Rundkirchen auf Bornholm, Olsker