Burgruine Hammershus, Insel Bornholm
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Bornholms Geschichte

Bornholms Besiedlung (ca. 12.000 - 8.000 v.Chr.)

Steinkreis auf Bornholm
Steinkreis auf Bornholm

Die Geschichte der Insel Bornholm ist sehr bewegt. Erste Besiedlungen konnten von Archäologen für die Zeit zwischen 12.000 - 8.000 v. Chr. nachgewiesen werden. Die Siedlungen der ersten Bornholmer fanden sich vor allem im Norden, im Süden und an der Ostküste der Insel. Im Inselinneren war vor allem die Gegend um den Fluss Baga besiedelt. Im Moor von Vallesgard fanden sich zahlreiche Werkzeuge und Waffen dieser urzeitlichen Jäger. So wurden etwa Fischspeere, Instrumente aus Knochen und Fäustel aus dem Moor geborgen. Zahlreiche weitere Fundstücke sind im Kulturhistorischen Museum in Rønne ausgestellt. Weit über die ganze Insel verstreut finden sich zahlreiche Felszeichnungen, Bautasteine, Runensteine, Steinkreise, Hügel-, Ganggräber und Dolmen. Auf Bornholm gibt es die größte Konzentration an Felszeichnungen und Bautasteinen in ganz Dänemark. Auch der ehemalige Sonnentempel Rispebjerg wurde schon in der Steinzeit zu rituellen Zwecken genutzt. Um 4.000 v.Chr. hielt der Ackerbau Einzug auf Bornholm. Die Insel hatte seine Landverbindungen zu Skandinavien und Rügen durch den steigenden Meeresspiegel verloren und die Ackerbauern machten aus Wald Ackerland, indem sie große Flächen rodeten. Zeugen dieser Zeit sind die Hügelgräber auf Bornholm. Die befinden sich alle in Küstennähe.

Bronzezeit auf Bornholm (1.800 - 500 v.Chr.)

In der Bronzezeit war es den Bewohnern Bornholms zum ersten Mal möglich, Alltagsgegenstände aus Metall herzustellen. Über die Handelswege der Ostsee wurden Bronzegegenstände oder die Rohstoffe zur Bronzeherstellung beschafft. Ackerbau und Viehzucht wurden intensiviert. Die meisten Funde aus der Bronzezeit sind Grabfunde. In dieser Zeit änderten sich die Bestattungsbräuche. Die Toten wurden in einem Stein- oder Eichensarg unter einem großen Erdhügel begraben, der immer wieder genutzt wurde. So erreichten einige von ihnen über die Jahrhunderte stattliche Höhen. Die Toten wurden mit Grabbeigaben bestattet, die viel über Stand und Herkunft der Toten aussagen. Später ging man zu Feuerbestattungen über. Viele Funde von Urnen weisen darauf hin.

Eisenzeit & Wikingerzeit auf Bornholm (500 v.Chr. - 800 n.Chr.)

Der Goldschatz von Bornholm
Der Goldschatz von Bornholm

An die Bronzezeit schloss sich die Eisenzeit an. Aus dieser Zeit stammt der berühmte Bornholmer Goldschatz, den man heute im Kulturhistorischen Museum in Rønne besichtigen kann. Aus dieser Zeit sind umfangreiche Funde erhalten. Die Gesellschaft der Eisenzeit war schon viel differenzierter und brachte erste Eliten hervor, was an den Grabbeigaben zu sehen ist. Aus dieser Zeit stammt auch die Ringburg "Rispebjerg" bei Pedersker, eine Fluchtburg, die der Bevölkerung bei Angriffen Schutz bot. Durch die Entwicklung der Landwirtschaft etablierten sich Höfe und frühe Dorfstrukturen. In der Wikingerzeit ist ein reger Handel der Bornholmer mit anderen Völkern belegt. Dadurch waren die Bewohner der Insel vergleichsweise reich. Das belegen zahlreiche Fundstücke von Ausgrabungen. Es handelt sich dabei nicht selten um Luxusgegenstände, welche von den Bewohnern nicht selbst hergestellt wurden. Kennzeichnend für diese Epoche ist eine stark ausgeprägte Hierarchie, während der es einen lokalen Herrscher gab, welcher die Geschicke der Insel und ihrer Bewohner steuerte. Um 890 berichtet Wulfstan von der Selbständigkeit der Insel Bornholm und einem eigenen König. In dieser Zeit wurde auch die Hauptbefestigung der Insel, die Gamleborg, errichtet. Bornholm diente den Wikingern als Stützpunkt auf ihren Handelsruten zwischen Skandinavien und Russland. Erst der berühmte dänische König Harald Blauzahn sorgte für den Anschluss Bornholms an das Königreich Dänemark. Aus dieser Zeit stammen viele Schätze, die auf Bornholm gefunden wurden. Einer von ihnen ist der im Februar 2002 bei Gyldensgård in Østermarie gefundene Silberschatz. Auch aus dieser Zeit stammen viele der Runensteine auf Bornholm.

Das Mittelalter und die frühe Neuzeit auf Bornholm

Die Burgruine von Hammershus
Die Burgruine von Hammershus

Im Jahr 1070 wurde Bornholm von Schonen erobert und christianisiert. Überall auf Bornholm entstanden kleine Holzkirchen und Kapellen. Zu leiden hatten die Inselbewohner auch immer wieder unter Piraten. Um sich vor ihnen und wiederkehrenden Naturkatastrophen schützen zu können, wurden die Rundkirchen, so genannte Wehrkirchen errichtet. Es ranken sich noch immer viele Sagen und Gerüchte um diese eindrucksvollen Gotteshäuser. So ist zum Beispiel die oft erwähnte Erbauung durch die Templer nicht eindeutig belegt. Später im 12. Jahrhundert wurden dann viele der Holzkirchen durch massiv gabute Steinbauten ersetzt. Bornholms Kirchen standen größtenteils in Küstennähe an exponierten Punkten, von denen man eine gute Sicht auf die umgebende Landschaft hatte. Im frühen Mittelalter um 1250 n. Chr. wurde auf der Insel von Erzbischof Lund die Festung Hammershus errichtet. Von dieser Festung aus verwaltete die Kirche ihren Teil der Insel. Die dänische Regierung verwaltete ihren Anteil an der Insel dagegen von der von König Svend Grath gebauten Lilleborg in Almindingen aus. Die Burganlage sollte die Gamleborg als königlichem Hauptsitz auf Bornholm ersetzen. Als es zu Streitigkeiten zwischen Staat und Kirche kam, wurde kurzerhand um 1259 n. Chr. der Verwalter des kirchlichen Inselteils inhaftiert. Die Kirche reagierte darauf mit der Zerstörung der Lilleborg. Zahlreiche Machtwechsel und Plünderungen suchten die Insel heim. Erst im Jahre 1362 gelang eine Einigung über die Zuständigkeitsbereiche. Es folgte eine Ruhephase, die der Insel zu aufblühender Wirtschaft und Wohlstand verhalf. Die Heringsfischerei nahm stark zu, wie auch der Handel zwischen den großen Ostseemächten. Jedoch endete die kirchliche Herrschaft endgültig im Jahre 1522.

Die Lübecker Besatzung Bornholms (1525 - 1576)

Rundkirche auf Bornholm
Rundkirche auf Bornholm

Ein bitteres Kapitel in der Geschichte der Insel Bornholm begann 1525, als der dänische König die Insel zur Tilgung seiner Schulden an die Hansestadt Lübeck verpfändete. Nun hatte die Inselbevölkerung unter starken Repressionen durch die Hanse zu leiden, sie hatten hohe Steuern und Abgaben zu entrichten und mussten zudem Zwangsarbeit leisten. Noch im selben Jahr versuchten die Inselbewohner, sich erstmals durch einen Aufstand von den Unterdrückern zu befreien. Dieser scheiterte jedoch, sorgte aber dafür, dass Bornholm 1535 wieder als Lehen an Dänemark überging und von einem Lübecker Vogt verwaltet wurde. Erst im Jahr 1576 wurde die Insel vollständig an Dänemark zurückgegeben. Besonders Schweder Ketting war in seiner Amtszeit von 15561572 bei den Bornholmern beliebt, da er die Insel intelligent und gerecht führte. Er hatte zwei Bornholmer Frauen und ist nach seinem Tod in Lübeck auf seinen eigenen Wunsch auf Bornholm begraben worden. Dein Grabstein kann man im Eingangsbereich der Aakirche in Aakirkeby sehen. Zu den Erfolgen Kettings gehörte auch der Bau von Schanzenanlagen an den Küsten Bornholms, die immer wieder schwedische Angriffe vereitelten.

In der Zeit zwischen 1643 und 1658 besetzten die Schweden Bornholm dann doch mehrmals. Erst durch einen Aufstand der Bornholmer unter Führung von Jens Pedersen Kofoed im Jahr 1658 wurden die Schweden vertrieben und Bornholm kehrte ins dänische Königreich zurück. Jens Pedersen Kofoed wurde zum Bornholmer Volksheld. Daraufhin folgte eine Zeit des Friedens und der wirtschaftlichen Erholung. Burg Hammershus verlor vollständig an Bedeutung und wurde schließlich geschliffen. Im 17. Jahrhundert wurden in Rønne und auf den Erbseninseln Festungsanlagen errichtet, um den englischen Aktivitäten in der Ostsee entgegen zu treten. Wirtschaftlich entwickelt sich die Wirtschaft und Industrie weiter. Besonders der Heringsfischfang, die Keramik und der Granitabbau bringen Geld nach Bornholm.

Der 2. Weltkrieg auf Bornholm

Das Türrelief über den Krieg in Rønne
Türrelief über den Krieg

Während des 2. Weltkrieges wurde Bornholm von der Deutschen Wehrmacht besetzt. Es wurde trotzdem für viele Flüchtlinge zum Tor zur Freiheit, da diese zunächst auf die Insel gebracht und dann von Widerständlern und Bauern versteckt wurden. Von Bornholm ging die Flucht dann weiter nach Schweden. Ein beeindruckendes Beispiel gab es 1943, als etwa 500 Juden über Bornholm die Flucht vor dem Naziregime gelang. Die Inselbewohner widersetzten sich der deutschen Besatzung so sehr, dass daraufhin Gestapooffiziere von Berlin nach Bornholm entsandt wurden, die bis zum Kriegsende die Inselbewohner drangsalierten. Nach geheimen Plänen begannen die Deutschen Anfang der 40er Jahre den Bau einer riesigen Bunkeranlage und Artilleriestellung bei Dueodde, die jedoch nie fertig gestellt wurde. Diese sollte im Zusammenspiel mit einer baugleichen Anlage im heutigen Polen die Wasserstraßen der Ostsee kontrollieren.

Schwedenhäuser in Nexø
Schwedenhäuser in Nexø

Mit Ende des 2. Weltkrieges verweigerten die führenden deutschen Offiziere unter Kommandant Gerhard von Kamptz auf Bornholm eine Kapitulation. Der Rest Dänemarks war seit dem 5. Mai 1945 offiziell wieder frei, doch Bornholm blieb besetzt. Da es den Bornholmer Wiederständlern nicht gelang, Kontakt mit englischen Militärs aufzunehmen um eine deutsche Kapitulation auszuhandeln, gelangte der Krieg nach seinem eigentlichen Ende am 7. und 8. Mai doch noch auf die Insel. Nachdem Deutsche auf, die Insel überfliegende, sowjetische Seenotflugzeuge geschossen hatten, zerstörten die Sowjets am 7. und 8. Mai vor allem die Städte Rønne und Nexø durch Bombenangriffe. Daraufhin kapitulierten die deutschen Besatzer gegenüber der Sowjetunion. Die nach der deutschen Kapitulation stationierten Sowjetischen Soldaten verließen erst 1946 die Insel. Die durch die Bombardements entstandenen Schäden wurden mit Hilfe Schwedens nach Kriegsende beseitigt. Noch heute stehen die damals gebauten schwedischen Holzhäuser am Rande von Nexø. Interessante Ausstellungen zu den Ereignissen zum Kriegsende auf Bornholm findet man im Nexø Museum und im Kulturhistorischen Museum in Rønne.

Bornholm heute

Markt in Svaneke
Markt in Svaneke

Bornholm profitierte nach dem 2. Weltkrieg als Teil des modernen Dänemarks von den Aufbauhilfen der Amerikaner und der skandinavischen Nachbarn. Die Zerstörungen der letzten Kriegstage waren schnell beseitigt.
Heute ist Bornholm eine Provinz Dänemarks. Auf der Insel leben ca. 40.000 Menschen. Als Teil eines westeuropäischen Staates hat Bornholm ein relativ hohes Bruttosozialprodukt und ein gutes Renten- und Sozialsystem. Die Mehrheit der Inselbewohner leben heute vom Tourismus oder der Landwirtschaft. Der Fischfang hat seinen historischen Stellenwert verloren. Seit dem der Heringsbestand in der Ostsee extrem abnaimmt und die Europäische Union genaue Fangquoten vorgibt, können nur noch wenige Familien vom Fischfang leben.
Die Insel hat mit der Gebietsreform vom 01. Januar 2007 nicht mehr den Status eines eigenständigen Amtsbereiches, sie gehört seit diesem Termin zur Region Hovestaden.



Interessantes: Burgen auf Bornholm, Bautasteine & Runensteine