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Bornholmer Hering

Delikatesse mit Tradition

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Frisch gefangen - direkt in die Küche

Seit dem Mittelalter leben die Menschen auf der Insel Bornholm von der Heringsfischerei und -verarbeitung. Von den vielen kleinen und großen Häfen Bornholms startete die Kutterflotte bis in die jüngste Vergangenheit zum Heringsfang auf der Ostsee um Bornholm. Erst zum Ende des 20. Jahrhunderts gingen die Heringsbestände so weit zurück, dass der so beliebte Fisch nun eingeführt werden muss. In den Betrieben an den Häfen werden nun Fische aus anderen Teilen der Ostsee und Nordsee verarbeitet. Dies ist neben der Landwirtschaft und dem Tourismus auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftszweig. Geblieben sind auch die vielen Herings-Delikatessen auf Bornholm.

Die Heringsfischerei auf Bornholm

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Fischernetze im Hafen

Noch immer fahren einige Fischer, bevor die Sonne untergeht, mit ihren Motorbooten hinaus. Sie gehen mit ihren Netzen nur noch selten auf Heringsfang. Andere Fische sind noch weitaus zahlreicher vertreten. Nachdem die Netze vor Sonnenaufgang entleert wurden, wird die Ausbeute gewogen und in Kisten zu den Räuchereien und anderen Abnehmern gebracht. Dort werden die Fische gereinigt, über Erlenholz geräuchert und verpackt. Das Räuchern der Heringe galt im Mittelalter nur einem einzigen Zweck – der Haltbarmachung des Fisches. So konnte er länger gelagert werden. Die Methode stammt aber nicht von Bornholm. Die Bornholmer Fischer sollen sich die Kunst des Räucherns von schottischen Fischern auf Christiansø abgeschaut und nach Bornholm gebracht haben.

Die Sonne über Gudhjem

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"Sol over Gudhjem" mit Bornholmer Hering

Auch wenn die früher riesigen Heringsschwärme vor der Küste Bornholms mittlerweile verschwunden und die verbliebenen Heringe kleiner sind (die Heringe heute stammen meist von den Fischern der Insel Møn und Jütland), so ist die kulinarische Tradition der Heringszubereitung erhalten geblieben. "Sol over Gudhjem" heißt das köstliche Nationalgericht, das aus frisch geräuchertem Hering, dunklem Brot, Zwiebeln, Radieschen, grobem Salz und einem rohen Eigelb besteht. Wohlschmeckende Variationen des Räucherfisches werden in den vielen Räuchereien Bornholms angeboten. Die Räuchereien sind gut an den typischen Schornsteinen zu erkennen, die an umgekehrte Trichter erinnern. Die Betriebe von Allinge im Norden der Insel, von Svaneke (Ostküste) und Gudhjem (Nordosten) sind die größten Bornholmer Räuchereien. Im kleinen Hafen von Sømarken und in Hasle kann man die Fische noch frisch vom Boot kaufen. Für Urlauber, die mit der Fähre nach Bornholm kommen, ist der Fischladen im Hafen von Rønne ein Tip. Dort bekommt man frischen und geräucherten Fisch in allen Variationen.

Bornholm kulinarisch

Um den malerischen Hafen von Årsdale gruppieren sich die gemütlichen Räuchereien Hjort und Kowsky, die immer noch Insidertipps sind. Die warmen, frisch geräucherten Heringe werden „Bornholmer“ genannt. Ein gastronomisches Erlebnis bieten die bekannten Fischrestaurants der Insel. Le Port gilt als eines der besten Restaurants Bornholms und befindet sich im Örtchen Vang, nördlich von Hasle an der Westküste. Die exquisite Küche wird ergänzt durch die Möglichkeit auf der Terasse zu speisen und den Sonnenuntergang zu bewundern. Wer einmal Sterneküche genießen möchte, der kann das im kadeau in Sømarken an Bornholms Südküste mit Blick auf die Ostsee. Mehr kulinarische Tipps gibt es hier.



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