Die Burgruine von Hammershus
Der Norden von Bornholm ist eine rauhe und trotzdem gefällige Gegend. Schroffe Klippen an der Westküste, die Granitsteinbrüche im Landesinneren und oben auf den Hügeln über allem tront die Festungsanlage von Hammershus. Es ist die größte Burgruine Nordeuropas.
Auf der Straße von Hasle nach Sandvig biegt man kurz vor der Nordspitze Bornholms nach links auf einen Parkplatz ab. Von dort aus geht man an Slotsgården vorbei, einem Cafe und Restaurant in dem man auch eine Austellung zur Geschichte der Burg Hammershus besuchen kann. Sobald man Slotsgården passiert, erschließt sich dem Besucher einer der eindrucksvollsten Blicke, die ganz Bornholm zu bieten hat. Die Burgruine von Hammershus ist ein Komplex von Mauern und Gebäuderesten aus rotem Backstein und Felsen hoch über der Ostsee. Der zentrale Burgplatz befindet sich mehr als 70 Meter über dem Meerespiegel.
Zur Geschichte
Der Erzbischof von Lund ließ sie, lt. älteren Quellen Anfang des 12.Jahrhunderts, als Zentrum der kirchlichen Macht auf der Insel und Gegenpol zur dänisch-königlichen Lilleborg erbauen. Hammershus war immer ein Machtzentrum und wichtiger Trumpf bei den ständigen Fehden zwischen Kirche und König. Heutige Erkenntnisse datieren die Grundsteinlegung auf Grund gefundener Ziegel weiter in die Vergangenheit.
Der Ort war gut gewählt, hoch oben, über den Klippen Bornholms. Von der Seeseite war diese Festung fast uneinnehmbar. So biss sich auch so mancher Feind an diesen Mauern die Zähne aus.
Einige Male gelang es jedoch Angreifern, die Verteidigungsanlagen zu überwinden. So im Jahr 1522, als die Lübecker auf die Insel kamen. Sie besetzten die Festung zwar, begannen aber sofort mit ihrer Zerstörung. Erst Jahre später wurden die Schäden wieder beseitigt. Um 1575 erlebte Hammershus seinen Höhepunkt. Selbst die Schweden hielten die Burg für ein Jahr lang besetzt, und zwar im Jahr 1658. Diese wurden von den Bornholmern wieder vertrieben.
Mit der Entwicklung der Artillerie büßte die Burg ihre militärische Bedeutung Schritt für Schritt ein. Die Festung wurde zeitweise auch als Garnison und Staatsgefängnis genutzt. So waren in den Jahren 1660-1661 Prinzessin Leonora Christine und ihr Mann Corfitz Ulfeldt dort inhaftiert. Seit 1743 gibt es auf Hammershus keinen Burgherren mehr. So ist es nicht erstaunlich, dass viele Bornholmer die Burg als Baustoffspender nutzten und ihre Häuser mit Steinen aus Hammershus bauten. Selbst Häuser in Rønne wurden auf diese Weise gebaut. Die Anlage von Hammershus wurde so in wenigen Jahren zur Ruine geschliffen.
Einhalt wurde dem Treiben erst im Jahr 1822 geboten, als Hammershus unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Zur Zeit wird Hammershus aufwändig restauriert. Das hat natürlich auch zur Folge, dass Besucher Teile der Anlage nur eingerüstet zu Gesicht bekommen. Dem grandiosen Eindruck, den Hammershus auf Besucher hat, schadet das jedoch nur bedingt.
In Slotsgården am Fuße der Anlage kann man in der Ausstellung viele interessante Details zur Geschichte und ein Modell von Hammershus bestaunen. Besonders die Blütezeit um 1575 wird gezeigt - das Leben auf der Burg, Alltag, Freizeit, Bauwesen, Gerichtsbarkeit, usw.
Von Hammershus hat man einen fantastischen Blick über die Umgebung und auf das Meer. Bei guter Sicht erscheint die Südküste Schwedens zum Greifen nah. Die steile K6uuml;ste unterhalb der Ruine wird noch heute von Schafen beweidet. So erhielt sich hier eine wunderschöne Gras- und Wiesenlandschaft. Mehrere Wanderwege erlauben es, diesen Abschnitt der Bornholmer Westküste zu entdecken. Von hier kann man zu vielen schönen Wandertouren in Richtung Norden mit Hammerhavn und Hammerknuden oder in die Granitsteinbrüche starten. Richtung Süden geht es nach Vang.

