Der Hafen von Christiansø (Erbseninseln)
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Die Erbseninseln (Ertholmene)

Felsen und Festungsinseln im Osten von Bornholm

Im Osten von Bornholm liegt die kleine Gruppe der Erbseninseln, auf Dänisch Ertholmene, bestehend aus den drei Felseninseln Christiansø, Frederiksø, Græsholm und einigen Schären oder Felsen. Christiansø und Frederiksø sind bewohnt - gerade einmal knapp 100 Menschen leben dort, Græsholm hingegen ist ein unbewohntes Vogelschutzreservat.

Die Erbseninseln östlich von Bornholm
Die Erbseninseln östlich von Bornholm

Die Festungsinsel Christiansø

Auf Grund seiner Lage im äußersten Osten Dänemarks und zentral in der Ostsee, diente Christiansø lange Zeit als Festungsanlage und dem Schutz der dänischen Flotte, oder sollte zumindest dazu dienen. Nun ist nicht mehr eine Flotte Ziel des Schutzes, sondern die gesamten Inseln samt Gebäuden und der Natur - das gesamte Inselgebiet steht unter Natur- und Denkmalschutz. Tagestouristen und Urlauber besuchen die Inseln und erfreuen sich an der historischen Detailfülle, die Christiansø zu etwas ganz besonderem macht. Auch Segler nutzen den Vorposten Bornholms in der Ostsee gerne als Raststation. Bei rauher See und Stürmen bietet der Hafen den Yachten Schutz vor Wind und Wellen.

Der Hafen der Erbseninseln zwischen Christiansø und Frederiksø
Der Hafen der Erbseninseln zwischen Christiansø und Frederiksø

Zur Geschichte von Christiansø

Als Wohnort gänzlich ungeeignet, nutzten Bornholmer Fischer als erste Christiansø seit Mitte des 16. Jahrhunderts als Quartier wärend ihrer herbstlichen Heringsfischerei. Doch sie waren nicht die einzigen. Auch schottische Fischer sollen hier ihre Heringsfänge angelandet und gräuchert haben. Die Kunst der Heringsräucherei nahmen die Bornholmer mit auf ihre Insel und so entstand das Bornholmer Nationalgericht - "Sol over Gudhjem", geräucherter Hering mit Eigelb, Schwarzbrot, Radischen, Lauch und grobem Meersalz. Militärisch interessant wurde Christiansø ab 1658 in Folge des Verlusts Dänemarks aller seiner Ländereien östlich des Öresunds an Schweden. Auf Bornholm dauerte die schwedische Herrschaft jedoch nur ein Jahr. Die Bornholmer Bevölkerung vertrieb die Besatzer mit einem Aufstand von der Insel.

Alter Wachturm und Kanone der Festung von Christiansø
Alter Wachturm und Kanone der Festung von Christiansø

Erbaut wurden die Festungsanlagen auf Christiansø, nachdem Dänemark Ende des 17. Jahrhunderts einen neuen Flottenstützpunkt in der Ostsee brauchte. Die schwedischen Flottenbewegungen sollten beobachtet und teilweise unterbunden werden. Christian V. gab 1684 den Anstoß zum Bau der Festungsanlage. Die Leitung der Bauarbeiten unterlag dem norwegischen Baumeister Coucheron. Ca. 450 Arbeiter und Soldaten verwandelten unter seiner Aufsicht die einst trostlosen Felsen in eine lebendige Baustelle. Dabei wurden zuerst die beiden Türme gebaut - der große Store Tårn auf Christiansø und Lille Tårn auf Frederiksø. Auf beiden Inseln schlossen sich dann die Arbeiten an den Ringmauern und anderen Befestigungen an. Es folgte der Bau der Verbindung der beiden Inseln über eine Pontonbrücke. 1805 wurde dann im St.Tårn Dänemarks erstes Spiegelleuchtfeuer eingebaut.

Ehemalige Soldatenunterkünfte der Festung auf Christiansø
Ehemalige Soldatenunterkünfte der Festung auf Christiansø

Militärisch aktiv wurde Christiansø wärend des Englandkrieges. Die im Hafen liegenden Kriegsschiffe zogen nun regelmäßig los, Jagd auf englische Handelsschiffe zu machen und diese zu kapern. Am 24. Oktober 1808, als der gesamte Hafen von Christiansø mit englischen Beuteschiffen gefüllt war, griffen die Engländer mit einer eigenen Flotte an. Durch die größere reichweite ihrer Schiffsgeschütze, konnten die Angreifer die Insel fünf Stunden lang ohne Gegenwehr beschießen. Erst als Wind aufkam und die Schiffe weiter um die Insel trieb erwiederten die Dänen das Feuer und vertrieben die Angreifer.
Im Jahr 1855, als die Inseln ihren militärischen Nutzen eingebüßt hatten, da sich die Beziehungen zu Schweden wieder verbessert hatten, verließen die meisten der Soldaten die Garnison. Nur eine Hand voll blieben, lebten als Fischer und bedienten den Leuchtturm.

Historisches Festungs-Ambiente auf Christiansø
Historisches Festungs-Ambiente auf Christiansø

Ein weiterer Teil der Geschichte Christiansøs ist die Funktion als Deportations- und Gefängnisinsel. Seit 1725 gab es Gefangene auf den Inseln. Da eine Flucht auf Grund der exponierten Lage ausgeschlossen wurde, wurden den Gefangenen teilweise sogar Spaziergänge auf den Inseln erlaubt. Andere Häftlinge verbrachten die gesamte Zeit in Ketten. Als Zwangsarbeit mussten sie den Granit auf der Insel brechen, der zum Ausbau der Festung genutzt wurde. So gab es bis 1782 Gefangene auf den Erbseninseln.

Christiansø heute

Heute ist Ertholmene ein beeindruckendes und imposantes Zeugnis dänischer Geschichte. Dabei sind die Gebäude noch sehr gut erhalten und zählen neben den Verteidigungsanlagen auch Unterkunftsgebäude, eine Schule, eine Post, eine Bibliothek, ein Museum, ein Versammlungshaus und natürlich eine Kirche und einen Leuchtturm. Zu den heute dort lebenden knapp 100 Einwohnern gesellen sich im Sommer 80.000 Touristen, von denen manche auch über Nacht bleiben. Ein kleiner Campingplatz und ein Gasthof, in dem auch Zimmer gemietet werden können, laden dazu ein. Doch sollte man lange vorher reservieren, da die Plätze stark limitiert sind und die Nachfrage hoch ist.

Die Terrasse des Restaurants des Christiansø Kro
Die Terrasse des Restaurants des Christiansø Kro

Die Inseln wirken dabei nie, wie ein Freilichtmuseum. Man merkt auf Schritt und Tritt, dass auf Christiansø aktives Leben herrscht. So wundert man sich anfänglich über die großen Wasserbecken in den Felsen. So wird auf den Inseln das Trinkwaseer aufgefangen und gespeichert. Erst 2008 wurde bei Bohrungen unter Christiansø Trinkwasser entdeckt. Zu den Zeugen eines funktionierenden Lebens auf den Inseln gehört auch ein kleiner Fischbetrieb inklusive Räucherei, in dem marinierte Heringe hergestellt werden. Damit das Leben auf der Insel funktionieren kann, gibt es auch einen Arzt und eine kleine Zahnarztpraxis. Die Schule vermittelt Wissen bis Klasse 7, danach müssen die Kinder der Insulaner auf ein Internat nach Dänemark wechseln.

Historisches Segelboot im Hafen der Erbseninseln
Historisches Segelboot im Hafen der Erbseninseln

Aufgrund seiner Geschichte sind die Inseln keiner kommunalen Behörde, sondern dem Verteidigungsministerium unterstellt. Aus Natur- und Vogelschutzgründen dürfen keine Hunde und Katzen auf die Erbseninseln mitgenommen werden.

Inselrundgang auf Christiansø und Frederiksø

Wenn man von Bord der M/S Peter oder eines anderen Schiffes geht und die Inseln betritt, befindet man sich im Hafen zwischen Christiansø und Frederiksø. Von hier aus bietet es sich an, den Rundweg um Christiansø im oder gegen den Uhrzeigersinn abzulaufen. Je nach dem, wieviel Zeit man sich dabei lässt, ist die Strecke leicht in einer Stunde zu bewältigen. Am ineressantesten sind sicherlich die beiden Türme Store Tårn inkl. Leuchtturm und Lille Tårn. Dort ist ein Museum untergebracht. Dazu kann man auf Frederiksø das ehemalige Gefängnis mit Zellen begehen. Auf Christiansø kann man auch ehemalige Garnisonsunterkünfte anschauen. Wenn es das Wetter gut meint, kann man von der kleinen Badebrücke an der Westseite von Frederiksø aus in die kristallklare Ostsee springen. Besonders interessant sind die Inseln auch für Taucher, da das Wasser hier sehr klar und tief ist.

Ostsee-Badestelle auf Frederiksø, Ertholmene
Vorsicht kalt !!! - Badestelle auf Frederiksø

Christiansø - Abenteuer mit Geocaching

Geocaching ist eine populäre Sportart, die an keine Altersklassen gebunden ist und allen Spaß macht. Dabei nutzt man ein GPS Gerät, um einen bestimmten Ort zu finden, an dem vorher ein "Schatz" versteckt wurde. Einige dieser "Schätze" sind leicht zu finden, andere erst nach dem Lösen von kniffligen Aufgaben. Im Tourismus Büro in Gudhjem und Allinge kann man sich über das Geocaching informieren, die nötigen GPS-Geräte ausleihen und auf Christiansø auf Geocaching Tour gehen.

Die Tagestouren nach Christiansø starten in Gudhjem und werden von der Gesellschaft Chistiansøfahrten Bornholm Express durchgeführt.

Web: www.christiansoe.dk (dänisch)

Hinweis: Wie oben bereits erwähnt, dürfen aus Vogelschutzgründen keine Hunde und Katzen mit auf die Inseln genommen werden!


Christiansø Kro

Christiansøsgæstgiveri
Christiansø 10
DK-3760 Gudhjem

Tel: +45 56 46 20 15
Email: c.hallberg@jubii.dk
Web: www.christiansoekro.dk (dänisch)

Fährverbindungen nach Christiansø

Fahrplan: Download

Gudhjem - Christiansø

Linie: Bornholm Express
(www.Bornholmexpress.dk)
Reisedauer (1 Fahrt): 55 Minuten
Fahrten tägl. (Hauptsaison): 3
Fahrten tägl. (Nebensaison): 1
Preis 01.01.-16.04.: Erwachsene 200 DKK / 28 €, Kinder 100 DKK / 14 €
Preis 17.04.-26.06.: Erwachsene 220 DKK / 30 €, Kinder 110 DKK / 15 €
Preis 27.06.-14.08.: Erwachsene 250 DKK / 34 €, Kinder 125 DKK / 17 €
Preis 15.08-23.10.: Erwachsene 220 DKK / 30 €, Kinder 110 DKK / 15 €
Preis 24.10.-31.12.: Erwachsene 200 DKK / 28 €, Kinder 100 DKK / 14 €